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Eröffnung
Freitag 5. April 2019 · 18 Uhr
Einführung: Peter Heidenwag

Künstlergespräch
Donnerstag 11. April 2019· 19 Uhr
Mit Silke Marohn und Youssef Tabti 
Moderation: Peter Heidenwag 

Führungen
Donnerstag 25. April 2019· 18 Uhr
Samstag 4. Mai 2019· 16 Uhr

Finissage
Donnerstag. 9. Mai 2019 · 18 Uhr

Die Ausstellung ist nicht jugendfrei.

Ort
Galerie der Villa
Bellealliancestr. 35 · 20259 Hamburg

Öffnungszeiten
Donnerstag Samstag · 15 – 19 Uhr

BELLEALLIANCE #1

 

WATERLOO

Silke Marohn & Youssef Tabti

6. April – 9. Mai 2019

 

Nach dem Abschluss der Soloreihe startet die Galerie der Villa mit der Ausstellungsreihe BELLEALLIANCE, die sich in der lebendigen Bellealliancestraße 35 und dem Stadtteil im Schanzenviertel dem Thema zwischenmenschlicher Verbindungen und Bündnisse widmet.

In vier aufeinanderfolgenden Ausstellungen werden jeweils zwei KünstlerInnen (ein/e GastkünstlerIn und ein/e KünstlerIn der Galerie der Villa, Werkstatt) gemeinsam ein Konzept erarbeiten, das die bunte Nachbarschaft bestehend aus privaten Haushalten und vielen kleinen Läden, Projekten und Gewerken wie Cafés, Restaurants, Friseursalons, Designagenturen u. v. m. kontaktiert, vernetzt und zur Einbringung einlädt.

Ende des Jahres 2019 ist eine abschließende Ausstellung an einem größeren Ort geplant, an dem die erarbeiteten Präsentationen der einzelnen Duos mit denen weiterer GastkünstlerInnen und KünstlerInnen der Galerie der Villa unter Einbeziehung von Nachbarschaft und Besuchern zusammenlaufen werden.

Erstes Duo und damit Auftakt der Reihe sind der eingeladene französische und in Hamburg lebende Konzeptkünstler Youssef Tabti zusammen mit der Installationskünstlerin der Galerie der Villa Silke Marohn mit ihrem gemeinsamen Projekt WATERLOO. 

Die Bauzeichnerin und Architektin Silke Marohn, die sich in den letzten Jahren mit Malerei beschäftigt, verbindet Installation und Präsentationsfläche zu irritierenden Raumsituationen. Die ambivalent wirkenden Orte schwanken zwischen imaginärem Dekor eines vermeintlichen Raums und bildhauerischer, begehbarer Skulptur. Unter Verwendung verschiedenster Materialien integriert Silke Marohn einzelne Objekte modulartig in ihre Szenerien und hinterfragt die Funktionalität, Anwendung und den Ausstellungsort von Kunst.

Wichtige Projekte von Silke Marohn fanden 2016 in der Oberpostdirektion und in der Affenfaust Galerie in Hamburg und 2014 im Kunsthaus Hamburg statt.

Youssef Tabtis interdisziplinäre, oft kooperativ angelegte Projekte kreisen um gesellschaftliche Prozesse. In seinen, von der eigenen multikulturellen Herkunft geprägten Arbeiten, die sowohl Sound-, Raum- und Videoi-Installationen, als auch Fotografie, Texte und performative Aktionen umfassen, setzt er zur kritischen Reflexion von Geschichte(n) in geopolitischen, post-kolonialen und gesellschaftlichen Umbruchsituationen Recherchemethoden der Kartierung und der Dokumentation ein.

Letzte Projekte von Youssef Tabti fanden 2018 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin und im Goethe- Institut Beirut im Libanon statt.

Gemeinsam haben die beiden mit der Ausstellung WATERLOO eine Allianz geschmiedet, in der sie sich gegenseitig, gemeinsam und separat auf die Themen Krieg und Macht im ersten Raum, Krieg und Erotik im Gang sowie Krieg und die Helden im hinteren Raum beziehen.

Sie wenden sich damit Themen historischer wie aktueller Relevanz zu und spiegeln zugleich das Verhältnis ihrer künstlerischen Arbeiten – ihres Bündnisses – wider.
Vor dem geschichtlichen Hintergrund[1] und in Anlehnung an den Gasthof Bellealliance, der u.a. Napoleon in der Nähe der Schlacht bei Waterloo als Hauptquartier diente, inszeniert das Künstlerduo eine multimedial erfahrbare Rauminstallation zwischen Fiktion und Realität.

Was bewirkt die Konfrontation mit dem Themenkomplex Krieg bei uns, Themen, die gar nicht so weit entfernt bittere Realität sind? Was bewirkt es in uns, die wir hier in unserer Blase, unseren gentrifizierten Stadteilen leben? Lässt uns dies den Blick erweitern, den Umgang mit bzw. die eigene Meinung zu anderen Themen überdenken? Welche Themen könnten dies sein? Worauf kommt es an?

Was Sie hier sehen, ist das Ergebnis eines wechselseitig bezugnehmenden Prozesses der Künstlerin und des Künstlers während der vergangenen Wochen: So wie Youssef Tabti von der bisherigen Arbeit Silke Marohns begeistert ist und mit seiner Arbeit aus seiner Perspektive Bezug darauf nimmt, so antwortet Silke Marohn ihrerseits mit ihrer Arbeit und mit ihren Texten – die gleich im Anschluss von der Schauspielerin Christine Kutschera vorgelesen werden – auf die Stellungnahme Youssef Tabtis.


[1] Belle-Alliance (französisch „Schöne Verbindung“ oder „Schönes Bündnis“) ist die Bezeichnung eines ehemaligen Gasthauses, das Napoleon Bonaparte in der Schlacht bei Waterloo als Hauptquartier gedient hat. In der preußischen und deutschen Geschichtsschreibung wurde bis ins 20. Jahrhundert auch der Name „Schlacht bei“ oder „von Belle Alliance“ verwendet. Dies ist auf Blücher zurückzuführen, der schon in seinen Berichten am 21. Juni 1815 diesen Namen benutzte.

 

Man findet das Gebäude heute an der N 5 unweit von Plancenoit. An dieser Straße von Paris nach Brüssel steht es an einer Kreuzung mitten auf dem Schlachtfeld von Waterloo. Das Gebäude soll heute als Diskothek dienen, hat aber seinen historischen Namen nicht verloren. Diesen Namen hatte die Kneipe 1765 anlässlich der Heirat eines jungen Knechts mit einer alten Witwe erhalten.



english version 

Opening
Friday, April 5, 2019 · 6 p.m.
Introduction: Peter Heidenwag

Discussion with the artists
Thursday, April 11, 2019 · 7 p.m.
With Silke Marohn und Youssef Tabti 
Moderated by: Peter Heidenwag 

Guided Tours
Thursday, April 25, 2019 · 6 p.m.
Saturday, May 4, 2019 · 4 p.m.

Finissage
Thursday, Mai 9, 2019 · 6 p.m.

The exhibition is not appropriate for children.

Venue
Galerie der Villa
Bellealliancestr. 35 · 20259 Hamburg

Gallery hours
Thursday – Saturday · 3 – 7 p.m.


Galerie der Villa launches its 2019 program with an exhibition series this April entitled BELLEALLIANCE. It will be held at Galerie der Villa’s new location on the lively Bellealliancestrasse 35 in Hamburg’s Schanzenviertel district and will address the topic of interpersonal relationships and alliances.
 
In each of four successive exhibitions, two artists (a guest artist and an artist from Galerie der Villa) will jointly develop a concept that will promote contact and networking with the vibrant and diverse surrounding neighborhood consisting of private households, numerous small shops and projects, and establishments such as cafés, restaurants, hairdressing salons, design agencies, and many others, as well as seeking their contributions to the endeavor.
 
A closing exhibition is planned at a larger venue at the end of 2019. It will feature the presentations developed by the individual artist duos, together with other guest artists and artists from Galerie der Villa, as well as include the involvement of the neighborhood and gallery visitors.
 
The installation series will kick off with the first duo consisting of the Hamburg-based French conceptual artist Youssef Tabti and the Hamburg installation artist Silke Marohn, who will open with their joint project entitled WATERLOO on Thursday, April 4 at 6 p.m. With an eye to the past [1] and inspired by the historical Bellealliance inn, which served as headquarters for Napoleon Bonaparte during the Battle of Waterloo, the artistic duo has staged a multimedia installation of walk-in sculptures and artifacts that oscillates between fiction and reality. Guests are also invited to sample a Waterloo cocktail (alcohol-free cocktails are also available). Further information will follow soon.
 
Youssef Tabti’s interdisciplinary and frequently collaborative projects revolve around social processes. Influenced by his personal background, his work includes sound, space, and video installations, as well as photography, texts, and performative events. He thereby uses the research methods of mapping and documentation to stimulate critical reflection on geopolitical, post-colonial, and societal upheavals in history.
The most recent projects by Youssef Tabti were held at the Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin and at the Goethe-Institut Beirut in Lebanon in 2018.
 
The draftsman and architect Silke Marohn, who in recent years has been intensely engaged in painting, combines installation and presentation spaces into jarring and disconcerting spatial situations. These locations are bathed in ambivalence – fluctuating between the imaginary décor of a supposed room and a modeled walk-in sculpture. By employing a wide variety of materials, Silke Marohn modularly integrates individual objects into her scenarios and calls into question the functionality, application, and exhibition space of art.
Major projects by Silke Marohn took place at Oberpostdirektion and Affenfaust Galerie in Hamburg in 2016 and at Kunsthaus Hamburg in 2014.

Together, through the WATERLOO exhibition, they have forged an alliance in which they refer to each other—both mutually and individually—on the topics of war and power in the first room, war and eroticism in the corridor, and war and the heroes in the rear room.

They thus address topics of historical and current relevance, while reflecting on the relationships between their artistic works, i.e. of their alliance, at the same time
How does confronting these topic clusters related to war affect us—topics that are bitter realities and are actually not so far removed from us? What does it do to those of us who live here in our bubble, our gentrified neighborhoods? Does this allow us to broaden our horizons, to rethink how we deal with other topics or our own opinions? What topics could these be? What does it all come down to?

What you see here is the result of a process of mutual referencing between Marohn and Tabti over the past few weeks. Similar to Youssef Tabti’s enthusiasm of Silke Marohn’s previous work and how he refers to it from his perspective through his work, Silke Marohn responds to Youssef Tabti’s position through her own artwork and texts, which will be read aloud by actress Christine Kutschera shortly. To find out how the details of how this worked out, you can talk to them tonight or you can come next week to the discussion with the artists on Thursday at 7 p.m., to one of the guided tours, or to the finissage.

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[1] Belle-Alliance [bɛl a.ljɑ̃s] (französisch „Schöne Verbindung“ oder „Schönes Bündnis“) ist die Bezeichnung eines ehemaligen Gasthauses, das Napoleon Bonaparte in der Schlacht bei Waterloo als Hauptquartier gedient hat. In der preußischen und deutschen Geschichtsschreibung wurde bis ins 20. Jahrhundert auch der Name „Schlacht bei“ oder „von Belle Alliance“ verwendet. Dies ist auf Blücher zurückzuführen, der schon in seinen Berichten am 21. Juni 1815 diesen Namen benutzte.
 Man findet das Gebäude heute an der N 5 unweit von Plancenoit. An dieser Straße von Paris nach Brüssel steht es an einer Kreuzung mitten auf dem Schlachtfeld von Waterloo. Das Gebäude soll heute als Diskothek dienen, hat aber seinen historischen Namen nicht verloren. Diesen Namen hatte die Kneipe 1765 anlässlich der Heirat eines jungen Knechts mit einer alten Witwe erhalten. (Seite „Belle-Alliance“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. Dezember 2018, 11:56 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Belle-Alliance&oldid=183394141 (Abgerufen: 4. März 2019, 18:02 UTC)

[1] La Belle Alliance is an inn situated a few miles south of Brussels in Belgium, chiefly remembered for its significance in the aftermath of the Battle of Waterloo (18 June 1815).
According to J.B. Romberg who published an account of the locations around Brussels in 1820, originally La Belle Alliance consisted of three houses, one of which was a tavern, that now bears the name, and two adjacent houses. Some time before the Battle of Waterloo, the publican of the tavern died, and his widow married the occupier of Trimotion, the farmhouse opposite; but losing him in a short time afterwards, she consoled herself by taking for her third husband a peasant who lived a house close by (now known as Decoster’s house). However, death again interrupted her happiness, when she once more embraced the married state it was to marry the young new landlord tavern in 1765; from which time it obtained the title it now bears. The original name having fallen into disuse, the building serves as a club—Le Retro—today (“Belle-Alliance.” In: Wikipedia, The Free Encyclopedia. URL: https://en.wikipedia.org/wiki/La_Belle_Alliance (visited: March 11, 2019, 08:02 UTC) and URL: https:// https://de.wikipedia.org/wiki/Belle-Alliance (visited: March 4, 2019, 18:02 UTC) and https://www.welt.de/kultur/history/article13652918/Aus-Waterloo-waere-fast-Belle-Alliance-geworden.html


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